Finanzierungstag 2024 | Finanzierungsstrategien in stürmischen Zeiten

Hotel HYPERION, München

Die diesjährige Fachveranstaltung des Landesverbandes widmete sich möglichen Finanzierungsstrategien in „stürmischen Zeiten“. Um klug den aktuellen Problemen bei der Immobilienfinanzierung zu begegnen, ist es essentiell, stets über die aktuellsten Entwicklungen und Möglichkeiten informiert zu sein. Dass sich die Branche dessen bewusst ist, bewies an diesem Tag die hohe Zahl an Gästen. Über 100 Unternehmer kamen der Einladung nach und versammelten sich in den Tagungsräumen des Münchner Hyperion-Hotels.

Erneut gelang es dem Verband, auch durch die kompetente Unterstützung der Neuwirth Finance GmbH, führende Experten der Finanzwelt für fachkompetente Einblicke zu gewinnen. Dabei wurden speziell die heute relevanten Aspekte der EU-Taxonomie und des ESG-Reportings erörtert.

Mit Blick auf die allgemeine Lage gäbe es bereits erste positive Impulse, betonte eingangs BFW Bayern Präsident Eisele. Als BFW gehe man daher auch auf die Banken zu, um gemeinsam die Politik auf die weiteren Herausforderungen und Lösungsstrategien aufmerksam zu machen. Kurt Neuwirth, Spezialist für die Realisierung komplexer Finanzierungen, erörterte daraufhin nicht nur den Status Quo, sondern bot dem Publikum einen mit aussagekräftigen Daten unterlegten Marktausblick. Bei der Abschätzung der zukünftigen Entwicklungen der Finanzwelt lohne immer auch ein Blick auf die Vereinigten Staaten.

Eine Einführung in den Komplex der EU-Taxonomie gaben Dennis Blechinger und Gregor Evenkamp, beide Partner der Großkanzlei Clifford Chance. Als der verrechtlichte Kern von ESG bringt die Taxonomie Vorgaben mit sich, deren Erfüllung wiederum zur Erreichung von Umweltzielen beitragen soll. Dabei geht es jedoch keinesfalls um spezifische Handlungsgebote oder Verbote. Vielmehr herrscht ein Zwang zu Transparenz, weshalb Daten heute eine nie dagewesene Rolle spielen.

In finanzieller Hinsicht bleiben bei Projektverwirklichungen Förderungen essentiell. Als Spezialist für die Identifikation der richtigen Programme sprach daraufhin Lars Vogelsang, Niederlassungsleiter der EPSA Deutschland GmbH, über die besten Strategien, mit staatlichen Unterstützungen das aktuell wirtschaftliche Tal zu durchqueren.

Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt von Roland Fuchs, Head of European Real Estate Finance bei PIMCO Prime Real Estate (Real Estate Investment und Asset Manager der Allianz Gruppe). Fuchs schilderte offen und ausgiebig die Sicht der großen Investoren auf Rahmenbedingungen und Ausschlusskriterien und stand dem interessierten Publikum Rede und Antwort. Wieder wurde hier auf das Thema ESG hingewiesen, dieses sei auch für die großen Versicherungen ein „Dauerbrenner“.

Nachdem schließlich Dr. Marcus Kraft, Geschäftsführender Gesellschafter der Kingstone Dept Advisory GmbH, alternative Strategien mit der Darlegung der Vorteile von „Whole Loan Finanzierungen“ erläuterte, standen abschließend wieder die Herausforderungen des ESG-Reportings im Vordergrund. Praxisnahe Beispiele aus dem Wohnbestandsbereich wurden dem Publikum zunächst von dem Geschäftsführer der ZAR Real Estate Holding GmbH & Co.KG, Daniel Argyrakis, nähergebracht. Man müsse unbedingt eine Strategie entwickeln, bei welcher die Marktanforderungen der Zukunft miteinbezogen werden, so Argyrakis.

Auf dem abschließenden Expertenpanel unter dem Motto „Finanzierung in Zeiten von ESG-Kriterien“ stießen zu den Referenten noch der Leiter der Geschäftsstelle München der Berlin Hyp AG, Andreas Spuhler, der Leiter für Wohnwirtschaftliche Immobilien der Bayern LB, Dr. Stefan Schmidhuber, sowie aus den Reihen der praxiserfahrenen Unternehmer des BFW der CFO der Eckpfeiler Immobilien Gruppe, Bernd Schlapka.

Am Ende des Tages stand nicht nur fest, wie wichtig gut überlegte Finanzierungsstrategien sind, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen, sondern auch, dass die so erhoffte Zinssenkung allein nicht ausreichen wird, um den wirtschaftlichen Motor der Branche wieder zum Laufen zu bringen.